Lachslexikon

0+ Stadium

Altersgruppe von Fischen, die das erste Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

adult

erwachsen, geschlechtsreif.

Ästuar

natürliche Gezeitenzone der Flussmündungen (Brackwasser- oder Kaulbarsch-Flunder-Region).

anadrome Wanderfische

Zu Vermehrungszwecken aus dem Meer in die Flüsse des Süßwassers aufsteigende Fischarten wie Lachs, Stör oder Maifisch. Sie verbringen den größten Teil ihres Lebens im Salzwasser.

Aquakultur

Künstliche Aufzucht von Fischen.

Atlantische Lachse

Alle Lachse der Art Salmo salar beiderseits des Atlantischen Ozeans

Augenpunktstadium

Entwicklungsstadium des Eis, bei dem durch Pigmentierung die Hinterwand des Auges beim Fischembryo sichtbar wird. Die Eier werden jetzt unempfindlicher gegen Berührungen.

Bachlachse

Binnenlachse, die das fließende Wasser (Süßwasser) nie verlassen, z.B. Ouananiche, Småblank und Lotoslachs.

Binnenlachs

Nichtanadromer Lachs, der das Süßwasser nie verlässt.

Blege

Atlantischer Lachs vom Ouananiche-Typ aus dem Setesdal, Südnorwegen

Brütling

Stadium nach dem Schlupf aus dem Ei, bis ca. 5 cm Länge, meist noch mit Resten des Dottersacks.

Buckellachs

Engl. Pink, Oncorhyncus gorbusha, die am meisten gefangene Pazifische Lachsart. Fleisch meist qualitativ weniger wertvoll.

Coho

Silberlachs, Oncorhyncus kisutch, aus der Gattung der Pazifischen Lachse.

Elektrofischerei

Standardmethode der Fischereibiologie zur kurzzeitigen Betäubung und Kontrolle von Fischen.

Entwicklungsdauer
(in Tagesgraden)

Notwendige Entwicklungszeit von der Ablage der Eier bis zum Schlüpfen der Fische, Angabe in Tagesgraden, d. h. der Summe der mittleren Wassertemperatur pro Tag.

Emergenz

Aufschwimmen der Lachsbrütlinge aus dem Kieslückensystem (ab dann freischwimmender Brütling genannt).

Gleite
(Stille)

Allgemeine Beschreibug: Gewässerabschnitt mit ruhig und geräuschlos fließendem Wasser und mittlerer Tiefe. Übergangsbereich von Stillwasser zu Rausche bzw. Riffle-Pool.
Hydrologie: Die Strömungsverhältnisse innerhalb der Gleite sind nahezu homogen, Verwirbelungen und Turbulenzen fehlen. Die Wasseroberfläche ist anders als in der Rausche und in der Riffle-Pool-Strecke leicht gewellt bis glatt, die Strömungsart annähernd laminar. Die Strömungsgeschwindigkeiten liegen über 0,02 m/s (vgl. unten: Stillwasser), im Mittel um 0,2 m/s. Abhängig vorn Gefälle treten auch Strömungsgeschwindigkeiten bis 0,5 m/s auf.
Hydromorphologie: Abschnitt von längszonal mindestens 10 m Strecke mit geringer Tiefenvarianz. Die Tiefe beträgt bei MW mindestens 40 cm.
Geomorphologie: Örtlich finden sich im Uferbereichen kleine Buchten, langgestreckte Kiesbänke sind selten. Substratverhältnisse: Aufgrund der im Vergleich zur Rausche geringeren Strömung liegen variable Anteile (10-100 %) sandigen Substrats (Korngröße 0,06-2,0 mm) vor. Der Anteil der Substrattypen Stein und Kies ist gleichfalls sehr variabel (10-100 %).
Ichthyofauna: In Bächen typisches Standplatz rhiophiler Cypriniden und Äschen. Ubiquitäre Arten (wie Döbel und Hasel, Cyprinidae) können dominieren.

Grilse

Junger, im dritten Lebensjahr nach nur einem "Meeresjahr" (siehe auch MSW) ins Süßwasser aufsteigender Lachs, der Aufstieg beginnt im Frühjahr. Es handelt sich ausschließlich um kleine buntgefärbte Milchner.

grüne Eier

Frisch abgegebene bzw. abgestrichene, noch unbefruchtete Eier.

Gullspångs-Lachs

großer Binnenlachs der Art Salmo salar aus dem Gullspångs-Fluss, Schweden.

Hundslachs

Oncorhynchus keta, Keta-Lachs, weißfleischiger pazifischer Lachs. Zum Teil sehr häufiges Vorkommen in Sibirien.

Hyporheisches Interstitial

Kieslückensystem am Grund des Gewässers.

Jugendstadium

Die ersten Monate, manchmal Jahre im Leben der jungen Lachsartigen. Die Lebensansprüche, das Verhalten und das Aussehen der lachsartigen Fische im Jugendstadium (englisch: Parr) unterscheiden sich von denen der älteren Artgenossen.

katadrome Wanderfische

Zum Laichen ins Meer abwärts wandernde Fischarten, die den größten Teil des Lebens im Süßwasser verbringen. Wichtigster Vertreter ist der Aal.

Kieslaicher

Fische, die ihre Eier ins Kiesbett abgeben. Die Sauerstoffversorgung erfolgt durch das Lückensystem zwischen den Kieseln.

Kieslückensystem

durchströmte Poren- und Zwischenräume in den Steinen des Gewässergrundes.

Königslachs

Oncorhynchus tschawytscha (engl.: King Salmon, Spring oder Chinook), größter und wertvollster Pazifischer Lachs.

Kolk
(Gumpen)

Allgemeine Beschreibung: Aufgrund erodierender Kräfte des fließenden Wassers zustandegekommene deutliche Eintiefung der Gewässersohle.
Hydrologie: Die Strömungsverhältnisse innerhalb des Kolkbereiches sind wesentlich durch die Lage und Ausdehnung des Kolkes bestimmt. Meist ist die Strömungsart homogen und gleichförmig; durch Wurzeln im Uferbereich, die völlig oder teilweise unter Wasser liegen, können sich örtlich Verwirbelungen bilden. Die Wasseroberfläche ist kaum gewellt bis glatt. Die Strömungsgeschwindigkeiten liegen im Mittel um 0,1 m/s. Im Bereich von Verwirbelungen treten Strömungsgeschwindigkeiten bis 0,4 m/s auf.
Hydromorphologie: Bereich von 5-30 m² mit hoher Tiefenvarianz. Die Tiefe beträgt bei MW mindestens 50 cm (aber auch deutlich tiefer). Als Kolk können Eintiefungen gewertet werden, die mindestens dreimal tiefer sind als die geschätzte durchschnittliche Tiefe der umgebenden Sohle auf 20 m Fließstrecke.
Geomorphologie: Kolke liegen häufig an der Prallhangseite von Bächen. Oft finden sich Erosionsspuren und Unterspülungen von ufersäumenden Gehölzen (meist Erlen).
Substratverhältnisse: Aufgrund der im ausgekolkten Bereich geringeren Strömung und der geringen Schleppkraft des Wassers sind hohe Anteile (bis 70 %) Feinkörnigen Substrats (Korngröße < 2 mm) vorhanden. Diese Ablagerungen verringern sich häufig nach Hochwasserereignissen. Der Anteil der Substrattypen Stein und Kies ist sehr variabel (20-70 %). Im Herbst sind Ablagerungen eingeschwemmter Blätter und Totholz häufig.
Ichthyofauna: In Bächen typisches Standplatz großer Forellen. Bei Niedrigwasser und im Winter sind Kolke wichtige Rückzugsgebiete.

Kolmatierung

Verstopfung des Kieslückensystems durch organisches und anorganisches Feinmaterial, wodurch die Durchströmung und damit der Sauerstoffnachschub vermindert wird.

Laichgrube

von Lachsen bei der Fortpflanzung angelegtes "Nest" für die Eier im Kies.

Laichhaken

Sehr typische, aufwärts gebogene Spitze des Unterkiefers bei Milchnern. Fische mit Laichhaken werden auch Hakenlachs genannt.

Larve

frühes Entwicklungsstadium von Fischen mit Dottersack und Flossensaum.

Lotoslachs

Oncorhynchus rhodurus, japanischer Bachlachs aus der Gattung der pazifischen Lachse.

Milchner

Männlicher Fisch. Er bildet Milch (Sperma) zum Befruchten der Eier.

Monitoring

Überwachung eines Vorgangs durch standardisierte fortlaufende Untersuchung.

Mortalität

Sterblichkeit

MSW

Multi Seawinter-Lachse (siehe auch Grilse).

Ökotypen

Äußerlich ähnliche, aber im Verhalten, Wachstum, Widerstands-fähigkeit usw. verschiedene Gruppen innerhalb einer Art.

Ouananiche

Kleiner atlantischer Süßwasserlachs (Salmo salar forma Ouananiche), in Fließgewässern Ostkanadas beheimatet.

Ouananiche-Typ

Ökotypen des Atlantischen Lachses, die ihr Leben lang im Süßwasser bleiben, meist kleinwüchsig.

Parr

engl. für Junglachs. Sich anschließendes Jugendstadium des Lachses im Süßwasser, Jugendkleid mit roten Punkten und 8 bis 10 dunklen Querbinden, Größe bis ca. 15 bis 18cm.

Pazifische Lachse

Alle Lachse der Gattung Oncorhynchus ("Hakenmaul"), neuerdings auch die Regenbogenforelle, beiderseits des Stillen Ozeans von Kalifornien bis Taiwan.

Rausche
(Schnelle, Stromschnelle, Riffle)

Allgemeine Beschreibung: Seichter, schnell überströmter Gewässerabschnitt mit gewellter bis gekräuselter Wasseroberfläche; typisches Habitat der Äschenregion.
Hydrologie: Der Abfluss erfolgt ungleichförmig und turbulent; durch Hindernisse, die völlig oder teilweise unter Wasser liegen, entstehen örtlich Wirbel. Die Strömungsverhältnisse sind mit Ausnahme des Uferbereichs stark heterogen. Die Wasseroberfläche ist gekräuselt. Die Strömungsgeschwindigkeiten in der fließenden Welle überschreiten bei MW 0,2 m/s und liegen im Mittel um 0,5 m/s. Im Bereich lokaler Verwirbelungen treten Strömungsgeschwindigkeiten bis 1,5 m/s auf.
Hydromorphologie: Die Tiefe beträgt bei MW 20-50 cm, hinter Steinblöcken aufgrund kleinräumiger Auskolkungen bis 60 cm. Die Tiefenvarianz ist gering.
Geomorphologie: Örtlich finden sich umflossene oder überspülte Steinblöcke, im Uferbereich treten Kiesbänke auf. Unterspülungen sind selten.
Substratverhältnisse: Aufgrund der starken Strömung und der hohen Schleppkraft des Wassers sind kaum Anteile feinkörnigen Substrats (Korngröße < 2 mm) vorhanden. Es dominieren die Substrattypen Stein und Kies, gemeinsam machen sie etwa 90 % des Substrates aus.
Ichtyofauna: Typischer Lebensraum juveniler Lachse, weiterhin besiedeln die ebenfalls rheophilen, kieslaichenden Arten Groppe (Cottidae), Forelle (Salmonidae), Äsche (Thymallidae), Schneider, Nase und Barbe (alle Cyprinidae) diesen Habitattyp.

Reproduktion

Fortpflanzung

Riffle-Pool
(Schnelle-Stille)

Allgemeine Beschreibung: Ständiger Wechsel schnellfließender und langsamfließender Abschnitte. Charakteristisch für naturnahe Fließgewässer der Forellenregion (siehe oben) mit einer Breite von 1-5 m.
Hydrologie: Der Abfluss erfolgt auf 1-5 m Rifflestrecke stark ungleichförmig und turbulent, teilweise kaskadenartig; durch meist herausragende Steinblöcke entstehen örtlich Wirbel. Die Strömungsverhältnisse sind stark heterogen. Die Wasseroberfläche ist gekräuselt bis schaumig. Im Anschluss solcher Rifflestrecken liegen kurze tiefere Stillen (Pools), die teilweise beckenartig ausgeprägt sind. Hier kommt es unter Abnahme der Strömungsgeschwindigkeit zu Verwirbelungen und örtlicher rückwärtsgerichteter Strömungen. Hinter Steinblöcken bilden sich strömungsberuhigte Kleinräume. Die Strömungsgeschwindigkeiten variieren entsprechend von 0,0-1,8 m/s und liegen im Mittel um 0,5 m/s.
Hydromorphologie: Die Tiefe beträgt in den Rifflestrecken 10-30 cm, in den Pools maximal 50 cm (vgl. oben: Kolk). Die Tiefenvarianz ist ausgesprochen hoch.
Geomorphologie: In weiten Bereichen finden sich umflossene oder überspülte Steinblöcke, im Uferbereich treten häufig Kiesbänke auf. Unterspülungen sind sehr häufig. In Biegungen und unter Wurzeln unterbrechen Kolke die Riffle-Pool - Struktur. Partiell kommt es zu Gabelungen des Wasserlaufes und zur Inselbildung.
Substratverhältnisse: Aufgrund der starken Strömung und der hohen Schleppkraft des Wassers sind kaum Anteile feinkörnigen Substrats (Korngröße < 2 mm) vorhanden. Sandige Bereiche sind auf' Gleithänge beschränkt. Es dominieren die Substrattypen Stein und Kies, gemeinsam machen sie über 90 % des Substrats aus.
Ichthyofauna: Typischer Lebensraum der Bachforellen (Salmonidae) und der Groppe (Cottiedae)

Rogner

Weiblicher Fisch, bildet Rogen (Eier).

Rotlachs

oder Blaurückenlachs, engl. Sockeye, Oncorhyncus nerka, relativ kleiner pazifischer Lachs.

Rückkehrer

aus dem Meer zum Heimatgewässer zurückgekehrter Lachs.

Salmoniden

Familie der lachsartigen Fische (z.B. Forellen).

Silberlachs

Coho, Oncorhyncus kisutch; aus der Gattung der Pazifischen Lachse.

Småblank

Atlantischer Bachlachs aus dem oberen Namsen, Norwegen.

Smolt

Dem Parr folgendes Stadium, Verschwinden der Querbinden und der roten Punkte, silberglänzend mit dunklerer Rückenpartie. Die Umwandlung wird auch als Smoltifikation bezeichnet. Diese Form wandert ins Meer ab.

Stillwasser
(Staubereich)

Allgemeine Beschreibung: Kaum bis gar nicht durchströmte Abschnitte, Buchten und Staubereiche.
Hydrologie: Die Strömungsverhältnisse innerhalb des Stillwasserbereichs sind homogen, Verwirbelungen und Turbulenzen fehlen. Die Wasseroberfläche ist anders als in der Gleite immer glatt, die Strömungsart immer laminar. Die Strömungsgeschwindigkeiten liegen < 0,02 m/s (vgl. oben: Gleite), im Mittel um 0,01 m/s.
Hydromorphologie: Abschnitt von längszonal mindestens 5 m Strecke mit meist mäßiger Tiefenvarianz. Die Tiefe beträgt in Staubereichen bis 100 cm.
Geomorphologie: variabel
Substratverhältnisse: Aufgrund von Sedimentationsvorgängen hoher Anteil an Sand, Schlamm, Totholz und angeschwemmten Blättern.

Struwitz

Spannenlanger Lachs (ca. 15 cm), zum überwiegenden Teil Männchen, welche schon Milch abgeben und vermutlich keine Wanderung ins Meer unternehmen.

Zwischenvermehrung

Abstreifen der Geschlechtsprodukte von Fischen und Aufzucht der Jungfische im Schutz des Bruthauses, um diese anschließend freizusetzen.


Quellen:

  • Der Elblachs ist zurück
    Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft
  • Lachse in Teichen, Seen, Flüssen u. Bächen
    Pohlhausen
  • Eignung sächsischer Elbezuflüsse für die Wiederansiedlung des Atlantischen Lachses
    Alfred Olfert
  • Wanderfischprogramm NRW - Statusbericht zur 1. Programmphase 1998 - 2002