Rede des Lachspaten Andreas Memmert
zum Lachsbesatz in Schladen am 22.04.2006


Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Lachspaten, verehrte Gäste,

wir sind nur Gast auf unserer Schönen Erde, wir leben eine begrenzte Zeit und sollten so leben, dass nachfolgende Generationen, also unsere Kinder und Kindeskinder ebenso die Chance haben, diese schöne Schöpfung in Ihrer gesamten natürlichen und biologischen Vielfalt unter gesunden Lebensbedingungen genießen zu können. Die Erde wurde uns nicht geschenkt, damit wir sie verbrauchen oder verschwenden können, die Erde ist unsere Lebensgrundlage, unser Nahrungslieferant, unser Sauerstoffproduzent und unsere einzige Versorgungsmöglichkeit mit lebensnotwendigen Dingen. Ohne intakte und gesunde Umwelt kein Leben.

Das scheint vielen noch nicht bewusst zu sein und das war auch mit Beginn der europaweiten Industrialisierung vielen noch nicht bewusst. Wie wir wissen ist Leben ohne Wasser undenkbar und trotzdem wurden unsere Gewässer viele Jahrzehnte, vielleicht sogar Jahrhunderte verschmutzt, verbraucht, verpestet und ausgebeutet. Unsere Fließgewässer wurden als billige Entsorgungsmöglichkeit missbraucht, so dass sie sich teilweise in lebensfeindliche flüssige Transportmedien verwandelten. Darüber hinaus wurde die natürliche Durchgängigkeit zugunsten von Wasserkraftnutzung, zum Schutz immer dichter an die Gewässer und Retentionsräume heranrückender menschlicher Siedlungen und zugunsten landwirtschaftlicher Nutzungen immer weiter eingeschränkt.

Die Folgen waren die biologische Verarmung unserer Gewässer.

Und meine Damen und Herren, viele Tierarten, die viele hundert Jahre in unserer Region beheimatet waren, verschwanden wegen der Lebensfeindlichkeit unsere Umwelt.

Gott sei Dank haben mittlerweile viele Menschen erkannt, dass dieser eingeschlagene Weg ein gefährlicher Weg war. Gott sei Dank haben sich mutige, visionäre, ehrenamtliche tätige Menschen zusammen getan um die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren und mit viel Engagement, mit viel Mühe und mit viel Geld zu korrigieren.

Gott sei Dank hat sich der Lachsförderverein Niedersachsen und die Aller-Oker-Lachs-Gemeinschaft gebildet, die sich zur Aufgabe gemacht hat, die betreffenden Fließgewässer wieder so zu gestalten, dass der mittlerweile legendär gewordene Leitfisch Salmo Salar, der Atlantische Lachs wieder eine Chance hat, selbst die Oker hier in Schladen oder in Vienenburg wieder zu erreichen. Der Lachs, so ist es auf der Homepage des Lachsfördervereins Niedersachsen zu lesen, symbolisiert die ökologische Widerbelebung der Fließgewässer durch die notwendigen Lebensgrundlagen

Wo der Atlantische Lachs es wieder geschafft hat, heimisch zu werden, können alle anderen aquatischen Lebewesen wieder ihren Platz finden. Seine Präsenz ist die Grundlage für die Existenz weiterer Tier- und Fischarten. Hier sind die Umwelt und ihr ökologisches Regime wieder intakt.

Unter dem Motto "Lachsland Niedersachen" ,ein Traum der nicht in allzu ferner Zukunft Wirklichkeit werden soll, haben sich viele engagierte Menschen zusammen gefunden, um auf allen Ebenen dieses ehrgeizigen Ziel Wirklichkeit werden zu lassen.

Ich bin sehr froh, bei diesem großen Naturschutzwerk unterstützend Helfen zu dürfen. Ich habe mich sehr gefreut, als mich der Fischereiverein Schladen von 1956 und die AOLG sowie der Lachsförderverein Niedersachsen zum Lachspaten berufen haben.

Aus diesem Grunde freue ich mich umso mehr, dass wir heute hier in Schladen der Natur versuchen das zurück zu geben, was wir ihr durch unachtsamen Umgang mit ihr vor vielen Jahrzehnten genommen haben. Ich bin glücklich, dass diese jungen Lachse die Chance haben können, durch Widererkennen ihrer natürlichen Umgebung eines Tages als geschlechtsreife Tiere wieder zurückzukehren.

Ich danke dem Lachsförderverein Niedersachsen, der AOLG, dem Fischereiverein Schladen von 1956 und den engagierten Lachspaten, Sponsoren und Unterstützern dieser großartigen Idee für Ihr beispielgebendes Engagement und bitte Sie nicht nachzulassen, bis dieses ehrgeizige Ziel Wirklichkeit geworden ist.

Andreas Memmert


Foto: H.J. Sauer

Beim Lachsbesatz in Schladen waren auch unsere Lachspaten Rainer Hasselmann (1. v.l.), Andreas Memmert (4. v. l.), der
Vorstandsvorsitzende der H. C. Starck GmbH, Dr. Heinz Heumüller (mit Hut) sowie die Werksleiterin des Werkes Oker,
Frau Dr. Astrid Görge. Auf dem Fischtransporter ist Gert Holdensgaard von Danish Center For Vildlaks.              Foto: H. J. Sauer