
Der Angelsportverein Elze e.V. startet in Zusammenarbeit mit dem Verein zur Förderung der Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle in Niedersachsen 2000 e.V. erstmalig im Landkreis Hildesheim ein mehrjähriges Projekt zur Wiederansiedlung des Lachses in den Flüssen des Leinesystems. Prädestiniert hierfür sind die Saale und die Aake, die als Pachtgewässer des Angelsportverein Elze e.V. sehr gute Möglichkeiten zur Aufzucht der Junglachse bieten. Am Samstag, den 07. April 2001 werden erstmalig rund 1000 einjährige Junglachse vom westschwedischen Ätran-Lachsstamm in die Saale und Aake bei Elze ausgesetzt.Von diesen Lachsen werden ca. 40 % die Saale bereits in diesem Frühjahr wieder verlassen um sich auf Ihren gefährlichen Weg in die Gewässer um Grönland zu begeben, wo sie innerhalb kürzester Zeit zu stattlichen Lachsen mit einem Gewicht bis 8 kg heranwachsen. Dieser kurze Aufenthalt in den hiesigen Gewässern reicht aus, um den jungen Lachsen eine Prägung zu geben, die sie nach ein paar Jahren zielstrebig an genau diesen Punkt zurückführen läßt um hier zu laichen. Der erste Vorsitzende vom Lachs - Förderverein, Dr. Reinhold Heiderich und der erste Vorsitzende vom ASV Elze, Michael Exter sind optimistisch, die ersten Lachs-Rückkehrer aus dem Atlantik im Herbst 2003/2004 oder im günstigsten Fall sogar im Herbst 2002 in der Saale oder Leine wiederanzutreffen. Kaum einem ist bekannt, dass der Lachs, neben anderen Wanderfischarten, wie z.B. dem Stör, in früheren Jahrhunderten in den Gewässern des Leineeinzuggebietes heimisch war. Nachdem im Vorfeld intensive Gespräche mit dem Fachreferenten der AFGN (Arbeitsgemeinschaft für Fischarten- und Gewässerschutz in Norddeutschland) Herrn Brumund-Rüther und dem Niedersächsischen Landesamt für Ökologie - Dezernat Binnenfischerei - Herrn Kämmereit, geführt worden sind, stand diesem beispiellosen Projekt nichts mehr im Wege. Die Fischerei-Genossenschaft Leine II unterstützt dieses ehrgeizige Projekt und tätigt zur Absicherung des Erfolges aus dem selben Lachsstamm weiteren Besatz in die Leine. Aufgrund verbesserter Gewässergüte, Schaffung von Fischaufstiegshilfen etc. ist es heute realistisch möglich, den Atlantischen Lachs in den Flüssen unseres Landkreises wieder anzusiedeln. Besonders wichtig ist auch, dass alle Fischereirechte auf Lachs im Atlantik, dank der Initiative des NASF (North Atlantic Salmon Fund), seit diesem Jahr restlos aufgekauft worden sind und so dem Lachs von Seiten der Hochseefischerei absolute Schonung gewährt wird. Die Chance auf eine erfolgreiche Wiederansiedlung des Lachses in unserem Landkreise war als noch nie so gut wie jetzt .
Zur nachhaltigen Sicherung des Erfolges des Lachsprojektes ist die Schaffung der Durchgängigkeit der Fließgewässer von der Quelle bis zur Mündung in beide Richtungen von entscheidender Bedeutung. Hier gilt es noch einige Überzeugungsarbeit bei Politikern, Behörden, den Besitzern von Staurechten an Wehranlagen und Wasserkraftwerksbetreibern zu leisten. Wenn alle Institutionen etwas kooperieren, steht der Wiederansiedlung des Lachses und anderer Wanderfische nichts mehr im Wege. Gerade in den Zeiten der großen Tierseuchen, wo Millionen von DM zu deren Bekämpfung ausgegeben werden muss, wäre eine Rückbesinnung auf natürliche Nahrungsressourcen geboten und angebracht. Auch Lachse in der Innerste wären dann keine Utopie mehr. Gerade die Innerste bietet aufgrund ihrer Morphologie und Beschaffenheit überdurchschnittlich gute Laichhabitate für den Lachs.
Die Besatzmaßnahme in Saale und Aake ist als erster wichtiger Schritt zur vollständigen und dauerhaften Wiederansiedlung des Lachses im Landkreis Hildesheim anzusehen, weitere müssen folgen. Da es in Niedersachsen, im Gegensatz zu anderen Bundesländern, kein eigenständiges Wiederansiedlungs-Programm für Lachs gibt, werden diese Projekte von einzelnen Angelvereinen oder Personen getragen. Da das erfolgreich nur mit vielen Händen und Köpfen möglich ist, möchte Der Verein zur Förderung der Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle 2000 e.V. eine Arbeitsplattform schaffen, wo alle begeisterungsfähigen Angler aus unterschiedlichen Vereinen sich treffen und sich betätigen können oder in Form einer Spende mithelfen, dieses Ziel bald zu erreichen. Auch Nichtmitglieder von Angelvereinen können sich als Sponsoren oder Fördermitglieder an diesem Projekt beteiligen und sind sogar ausdrücklich erwünscht, denn die Verbesserung der natürlichen Nahrungsressourcen ist von besonderem öffentlichen Interesse und geht alle etwas an. Wer mehr über dieses ehrgeizige Projekt erfahren möchte, informiert sich beim Natur- und Artenschutzbeauftragten Hans Joachim Sterner (05326 / 85701), beim ersten Vorsitzenden des ASV Elze, Michael Exter (05068 / 5331), oder direkt im Internet unter www.lachse2000.de, der Homepage des "Vereins zur Förderung der Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle in Niedersachsen 2000 e. V.".