
Unser Vorsitzender Dr. Reinhold Heiderich und der Natur- und Artenschutzbeauftragte Joschi Sterner sind der Einladung des Fischereirefenten der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Herrn Matthias Pfeifer gefolgt und nahmen für den Lachsförderverein am diesjährigen Lachssymposium in Königswartha teil.
Die sächsischen Gastgeber und Väter des überaus erfolgreichen Elblachs-Projektes konnten Lachsexperten aus ganz Deutschland und der Tschechischen Republik begrüßen. U.a. waren aus Niedersachsen Dr. Arzbach vom NLÖ-Dezernat Binnenfischerei und der Lachsförderverein (Dr. R. Heiderich und H.J. Sterner), aus NRW Dr. G. Schmidt (LÖBF-Albaum), aus Brandenburg Steffen Zahn und Ulrich Thiel (AV Brandenburg-Berlin) - Stepenitz-Projekt- , aus Schleswig-Holstein Hartwig Hahn, aus Rheinland-Pfalz Dr. Jörg Schneider und aus Sachsen Dr. Gert Füllner, Matthias Pfeifer, Jens Geisler, Gunter Ermisch, Alfred Olbert und Uwe Peters u.v.m. vertreten.
Sehr interessante Vorträge über die Rückkehr des Elb-Lachses (Dr. Gert Füllner), der Eignung sächsischer Elbe-Zuflüsse (Alfred Olbert), der Wiederansiedlung des Lachses in Tschechien (Snajdr), der Wiederansiedlung des Lachses in der Stepenitz in Brandenburg (Steffen Zahn), der Räumlichen und zeitlichen Einnischung von Jung-Lachsen (Dr. Jörg Schneider), Erfahrungen in der künstlichen und natürlichen Vermehrung von Lachsen (Gunter Ermisch und Jens Geisler) und der Gestaltung lachstauglicher Fischaufstiegsanlagen (Uwe Peters) bildete das Repertoire dieses Symposiums. Die Referenten standen Rede und Antwort zu den gestellten Fragen. U.a. wurde von verschiedenen Lachs-Experten (Dr. G. Füllner, Dr. G. Schmidt und Dr. J. Schneider) eindeutig Stellung zur interspezifischen Konkurrenz des Jung-Lachses zu anderen Fischarten bezogen. Nach ihrer Aussage bilden O+/1+-Lachse keine Konkurrenz zu anderen Fischarten. Gleichaltrige Bachforellen verdrängen durch ihre Robustheit den Jung-Lachs von ihren Standplätzen. Rückkehrende Lachse lockern durch das Laichgrubenschlagen das Kieslückensystem auf und fördern somit die Durchströmung der Porenkanäle mit sauerstoffreichen Wasser. Andere kieslaichende Fischarten und die Fischnährtiere (Makrozoobenthos) profitieren hiervon. Auch die Selbstreinigungskraft des Fließgewässers wird damit erhöht.
![]() Elektrofischen im Lachsbach | ![]() Joschi hat den ersten Lachsrückkehrer im Netz |
Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein gemütliches Zusammensein auf dem Netzboden. Hier wurden einige Lachs-Videos u.a. von Hartwig Hahn vom Lagan in Schweden, von Dr. G. Schmidt aus NRW und dem Referat Fischerei der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft vom Lachsbach gezeigt und der Erfahrungsaustausch in lockerer Atmosphäre fortgesetzt.
Am Morgen des 09. November 2001 war es endlich soweit, wir fuhren zum Laichfischfang rückkehrender Lachse an den Lachsbach in der Nähe von Rathmannsdorf. Mittlererweile waren noch 2 weitere Mitglieder des Lachsfördervereins dazugestoßen, Ansgar Homeister und Dr. Frank Pohl - unser Koordinator für Arbeitskreise.
Joschi Sterner durfte dem Elektrofischer Matthias Pfeifer und seinem Team -Dr. G. Füllner, J. Geisler u.a.- beim Elektofischen tatkräftig zur Seite stehen. Joschi Sterner war es vergönnt, am heutigen Tag den ersten Rückkehrer zu keschern, noch 10 andere Laich-Lachse konnten gefischt werden. Behutsam wurden die Elterntiere u.a. durch Dr. Reinhold Heiderich und Ansgar Homeister in speziellen Tragetaschen zum Transportbehälter gebracht.
Nach dem Elektrofischen wurde jeder Rückkehrer gemessen und gewogen. Von laichbereiten Lachsen wurden durch Gunter Ermisch die Laichprodukte Rogen (Eier) in Schalen und das Sperma (Milch) in Kunststoffbechern aufgefangen. Ansgar Homeister hielt konzentriert die Auffanggefäße. Die Eier wurden anschließend befruchtet und im Bruthaus aufgelegt. Alle Lachse wurden schonend durch Gunter Ermisch (LFL), Joschi Sterner und Dr. Reinhold Heiderich (beide Lachsförderverein) in den Lachsbach zurückgesetzt.
Für uns war es eine große Ehre dem Team von Dr. Gert Füllner und Matthias Pfeifer unterstützend zur Seite zu stehen. Dieser Tag bleibt den teilnehmenden Mitgliedern des Lachsfördervereins für immer unvergesslich.
Die Eindrücke des heutigen Tages mit rückkehrenden Lachsen mögen im südlichen Niedersachsen in nicht allzu langer Ferne Wirklichkeit werden.
Wir, der Lachsförderverein, werden uns dafür mit all unserer Kraft einsetzen.
In diesem Sinne "Allzeit Gut Lachs"